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Chronik eines Abschieds - den Tod ins Leben lassen

Am 30.05.2017 ging unsere Antje nach 16 gemeinsamen Jahren mit 26 J. ins Paradies. Dieser Abschied hat uns alle sehr bewegt und wurde bewusst länger von mir vorbereitet. Im „Reitwaisen-Forum“, das mir bis heut eine Heimat geblieben ist, dokumentierte ich im Tagebuch die letzten gemeinsamen Tage. Ich werde mich an diese Worte halten, weil sie authentisch zu dieser Zeit aus meinen Tasten flossen…und ich möchte mit dieser Chronik Mut machen, den Abschied zu leben und ihn bewusst anzunehmen, wenn er denn sein muss.

 

Hach ja, meine Antje . Stimmt, ich bin schon etwas stolz, dass sie mir so vertraut und so sichtbar hier wirklich eine Heimat gefunden hat. Bevor sie zu mir kam, hatte sie es wohl nicht so schön...erst Zuchtstute bei einem "berüchtigten" Betrieb, dann bei einer jungen Frau, die auf einen Bauernhof eingeheiratet hatte, wo so ein "Imponierpferd" als überflüssige Belastung angesehen wurde. Und vor diversen Dingen hatte sie eine Mordsangst. Insofern sind gerade ihre Jahre, in denen sie nichts mehr leisten musste, die wichtigsten für uns geworden. Sie war immer da, wie die Seele des Hofes . Und diese Liebe, die sie ausströmt, gehört hier einfach dazu.

 

TÄ war heute da und wir haben Antjes Abschied vorbereitet. Das ist jetzt so richtig für mich, wir haben noch gut eine Woche Zeit...und trotzdem schlaucht es mich schon auch, macht mich ziemlich weich und etwas bedrückt - logischer Weise.

 

Ja, wir sind schon eine größere Familie - und irgendwann muss dann eine/r gehen. Meine Trainerin hat mich mal vor vielen Jahren ziemlich geschockt. Ich war noch nicht hier auf dem Hof und Einstellerin mit Bucki, zu der Zeit als Single. Ich wollte unbedingt, dass sie Bucki übernimmt, wenn mir mal etwas passiert. Sie hat das zur Kenntnis genommen, aber mit der recht klaren Anmerkung: "Du wirst ja wohl hoffentlich älter werden als dein Pferd". Sie wollte mir nur klar machen, dass unsere Tiere eben eine andre Lebenszeit haben als wir - wenn es so sein soll. Das war heilsam für mich. Zum Besitz eines Pferdes gehört auch der Abschied - wenn es so sein soll.

 

 

 

24. Mai 2017

 

Wie gut, dass ich diese Tage frei habe. So viele Gefühle auf einmal...immer wieder anders, mal traurig, mal sehr dankbar, mal ängstlich...aber so klar zu fühlen. Heute haben wir den Zaun um unsere kleine Wiese gezogen und die Hüs waren die ersten 20 Minuten drauf. Ich hatte Antje ja versprochen, dass sie noch drauf kommt . Das hat sie dann auch sehr begeistert und ich blieb mit ihnen allen die Zeit auf der Wiese. Diese kurze Zeit war ein Wimpernschlag, war wohl mit den Mümmlern im Jetzt versunken. Das werden wir nun noch jeden Tag etwas steigern und ich werde diese Zeit ganz besonders genießen und erleben.

 

Ich habe überlegt, ob ich diesen Abschied hier aufschreiben will...und dann gedacht- warum eigentlich nicht? Es gibt immer noch so viele Tabus um das Thema Tod. Aber es hilft mir, das voll und ganz zu durchleben, die Gefühle einfach durchziehen zu lassen. Wem das zu viel ist, braucht ja nicht mitlesen. Und ich werde das auch nicht in epischer Breite machen. Vielleicht wäre es "einfacher" gewesen, schneller die Entscheidung zu treffen. Aber ich merke, dass dieser Abschied so wichtig ist für mich...jeden Tag ein bisschen mehr ablösen und noch einmal in aller Tiefe die Verbindung spüren. Ich lebe ja hier mit meinen Pferden zusammen - sie sind quasi Familienmitglieder. Ich sehe sie morgens halb sechs, bevor ich richtig wach bin - abends vorm Schlafen. Immer wenn ich aus dem Fenster schaue, sind sie dort. Da braucht es etwas Zeit, diese Ablösung anzubahnen.
Diese Gefühle sind sehr intensiv - aber auch sehr lebendig. Und wenn ich sie durchlasse, gehen sie auch alle wieder, strömen hindurch. Meine Kinesiologin war Antje und mir da eine große Hilfe.
Und das mit der Wiese war mir so wichtig...das können wir nun noch ein paar Tage genießen - auch wenn es anstrengt, das alles auszuhalten....aber es soll so sein, da bin ich mir sicher.

 

Natürlich wird sie weiter "da" sein, das wissen wir beide und sie weiß auch jetzt schon, dass sie gehen wird. Das ist mir so wichtig, das auch bewusst mit ihr zu erleben. Und sie ist sehr wach dabei, blubbert ständig besonders intensiv, wenn ich komme usw. Sie bekommt ja ihre Medis, die ihr noch erlauben, eben nur begrenzt im Schmerz zu sein.
Das ist im Grunde ja auch ein "Glück" für uns, dass wir hier auf dem eigenen Hof so für uns auch damit ungestört unseren Weg gehen können. Und ich finde für mich so wichtig, den Tod mit ins Leben zu nehmen, das ist genauso wichtig und macht unser Leben ja aus, diese Endlichkeit.  Die Geburt ist die andere Seite dieser Begrenzung, die wir ja auch brauchen, um unser Leben zu würdigen und anzunehmen.

 

Ich habe damals mit meiner Freundin im Hospiz gelernt, dass jede/r anders mit Krankheit und Tod umgeht und dass ALLES seine Berechtigung hat. Aber für mich lerne ich immer mehr, dass dieses bewusste Durchleben uns den Abschied letztlich leichter macht, das ist dann irgendwie "organischer", nicht so ein abruptes Abreißen.
Hätte ich Antje als Einstellerin irgendwo gehabt (was finanziell schon kaum möglich wäre), hätte ich bestimmt schon vor 2 Jahren zu hören bekommen, dass ihr Leben mit dieser Unbeweglichkeit unwürdig ist. ( Antje hatte zunehmend stärkere Lahmheiten, vermutlich durch Borreliose ausgelöst – und war seitdem „durchtherapiert“, wie es heißt.

 

Aber es ist Antje - und sie zeigte mir, dass sie die Aufgabe der Wächterin hat - das ist das Laufen nicht das Wichtigste.
Ich werde allein mit der TÄ den Abschied von Antje nehmen, gestern fiel mir ein, dass das nicht stimmt. Die Herde ist ja mit mir - und sie werden mir zeigen, wie das "geht" auf Pferdisch, ein schöner Trost.
Und irgendwie finde ich das Wort "schön" durchaus nicht unpassend. Es ist wirklich schön, dass ich dank der Medizin diese vielen Jahre mit ihr noch haben konnte. Und es ist schön, dass meine Bedingungen hier das erlaubten. Und es geht mir auch nicht "schlecht", eher sehr bewegt und offen, dem Leben sehr nahe mit allem, was da so an Gefühlen auftaucht.

 

Vorwürfe, egal in welche Richtung, sind hart. Und im Grunde zeigt das ja auch, dass wir uns alle SEHR schwer damit tun, das Ende zu bestimmen. In meine Ethik passt das Einschläfern ja eigentlich auch gar nicht. Aber ich habe auch mit Medis die Natur manipuliert in Antjes Sinne, insofern muss ich nun auch Verantwortung für den Punkt übernehmen, wo es nicht mehr geht.
Eigentlich finde ich gut, dass wir Menschen mit dieser Entscheidung unsicher sind. Nur ist es schade, wenn das an anderen dann durch Wertungen und Verletzungen abreagiert wird. Das ist der Preis eines Tabus....es wird nicht drüber gesprochen - und wenn, dann eher ÜBER andere, um von sich selbst abzulenken.

 

Vieles ist mir ja gar nicht klar, was sich da so entwickelt. Als wir gestern das erste Mal aufs Gras gingen, MUSSTE ich dabei bleiben, hatte das gar nicht geplant . Aber plötzlich war das so wichtig. Ich lehnte mich die ganze Zeit an diese Hofbirke und "spürte" deren Kraft, die Verbindung in die Wurzeln unter mir und in den Himmel über mir. Da kam mir die Fantasie, dass die Birke Antje in ihren Schoß aufnehmen kann, ich war verbunden mit ihr. Die TÄ hatte von sich aus gesagt, wir gehen dann wohl am besten an die Birke. Heute saß ich beim Grasen da wieder und musste dran denken, was ich über diese Birke wusste. Sie ist auch eine "Hüterin des Hofes". steht mitten drauf. Sie war früher mal neben dem Plumpsklo, wie mein Indianer mal erzählte, ein eher witziger befreiender "Zufluchtsort", als er klein war . Bis vor 4 Jahren stand sie an einer alten Scheune, eher bedrängt, die wir dann abgerissen haben...sagten immer die "Spiel mir das Lied vom Tod" Scheune im Scherz. Die war sehr hoch und stand nur noch fest auf ihren Pfeilern, ansonsten hingen noch knarrende Bretter an ihrer Seite.

 

Nun ist die Birke in den letzten Jahren wieder frei und aufgeblüht, aber hat natürlich eine ziemliche Schiefe durch die beengten Jahre.
So wurde mir heute klar, dass ich Antje wohl zeigen möchte, dass es weitere Wächter auf dem Hof gibt. Und als sie immer näher zu mir kam, genüsslich mümmelnd, kam mir der Gedanke, dass ich nun immer mit aufs Gras gehe, um ihr zu zeigen, dass ich gut auf ihre Herde aufpassen kann. Sie war ja immer Leitstute, von der Art der absoluten Präsenz...sehr würdig, sehr bestimmend nur durch Blick und Mimik. Und jeder Passant musste beäugt werden. Da auf dem Gras registriere ich jetzt jedes Wesen, das sich bewegt und merke, dass sie fast nicht mehr hochschnellen muss, um zu kontrollieren - und entspannt bleibt.
Jetzt weiß ich also, warum ich da gestern unbedingt mit den Vieren sein musste. Das ist mir nun heilig - aber geplant ist nichts.

 


Diese Momente sind so intensiv und so besonders
. Da wird mir immer bewusst, wie dumpf wir im normalen Alltag rumlaufen müssen. Wenn wir all das aufnehmen und beantworten würden, wären wir wohl oft nicht "arbeitsfähig". Aber die Zusammenhänge zu spüren ist wirklich eine wunderbare Erfahrung.

 

Zwischendurch habe ich immer noch so eine merkwürdige "Scham", dass ich das hier schreibe - das "tut man nicht" sozusagen. Aber es ist ja wirklich schlicht und einfach Teil unseres Lebens.
Unheimlich finde ich das manchmal auch, eben un- (nicht) heimlich. Das war so befreiend, mit meiner Kinesiologin das Thema völlig unbelastet zu durchwandern, sonst könnte ich das hier wohl auch nicht so frei aufschreiben. Und ja, es ist eine sehr friedliche Zeit. Alle Sensoren sind offen und ich merke das auch menschlich. Dann hat M. (Einstellerin) mir noch eine witzige Begegnung mit Püppi (Antjes Zweitname
)von gestern erzählt. Sie stand da so eher wehmütig und bekümmert an ihrer Box, Kopf auf die Unterarme gelegt. Und wurde schnell und herzhaft von Madame in die Wange gekniffen . Sie hat sich sofort im Geiste entschuldigt, wäre ja schon gut, sie würde sich jetzt keine dunklen Gedanken mehr machen...und dann war auch gut.

 

Vorhin war ich wieder mit auf dem Gras, heute "einfach so", sie kam immer wieder in meine Nähe, genoss und gut. Ich inzwischen auf bequemem Stuhl, weil die Zeit ja langsam länger wird.

 

Oja, Antje hat Humor...und ihren eigenen Kopf .
Heute war ein sehr ruhiger Hitzetag und ich war am Schreibtisch. Dann Stall und Gras...ich merke, dass sich alles entspannt. Es tritt eine ruhige Akzeptanz ein. Als wäre alles "Wichtige gesagt" und die letzten beiden Tage einfach so der sanfte Übergang.
Gestern standen die anderen drei noch länger dicht bei Antje am Zaun und steckten die Köpfe zusammen. Das ist eher ungewöhnlich, weil einer der Jungs eigentlich immer lieber rumkaspert, als so dicht zusammen zu sein (Bucki wird da meist zum Zankapfel-also spielerisch). Nein, gestern standen sie da alle 4 lange ganz still und dösten äußerlich.

 

Seitdem ist Antje kaum noch rausgekommen - sie mag die Hitze auch nicht so. Aber sie will offensichtlich auch immer mehr ihre Ruhe. Ich konnte auch endlich mal wieder besser und tiefer schlafen. Auf dem Gras waren wir wieder zusammen, alles hatte eher eine Leichtigkeit und Gelassenheit – ich wäre fast eingeschlafen.
Nun muss ich morgen noch etwas Dienst schieben und dann werden wir wieder unseren Treff an der Birke besuchen. Vor dem Procedere selbst am Di habe ich zwar noch Bammel, ob das alles so klappt usw. Aber ansonsten scheinen wir alle einverstanden und in Frieden damit zu sein, dass Antje jetzt auf die ewige große Wiese will
.

 

Nun hab ich mit TÄ abgemacht, dass wir ganz vorn auf die Wiese gehen und eben von der Birke zu den Eichen wechseln müssen (Bedingung des Abdeckers).

 

Antje wird das gefallen, da ist das Gras noch viel höher und saftiger als hinten . Aber ich musste mich dran gewöhnen...das ist sozusagen an der Straße. Wir sind ja hier mitten im Wohngebiet. Da muss ich einfach ausblenden, wenn irgendwelche Nachbarn blöd gucken oder sich "belästigt" fühlen.

 

Und direkt nach diesem Kummer war ich in einer Musik-Prüfung (ich bin Musiklehrerin) und ein Schüler sitzt da auf seinem Stuhl und singt ohne jede Begleitung völlig von Herzen "I´ll still standing" von Elton John...so bewegend und kraftvoll . Natürlich kamen mir da auch wieder die Tränen und er hat Antje und mir damit noch ein tolles Mantra mitgegeben, das noch immer in mir nachklingt.

Ich finde schön, dass ich morgen Antje mit der Herde zusammen rausbringen kann und die sich dann auch noch zusammen mit mir verabschieden können. Es wird so kommen, wie es kommen soll.

 

Mit gebührend Donner und Regen hat Antje sich beim schallenden Himmelskonzert ganz leicht und sanft hingelegt. Unsere Diva, unsere Püppi, unsere Wächterin des Hofes ist vorhin gegangen.

 


Sie war schon unterwegs und nun ist sie angekommen. Nach einem schönen Moment des Abschieds kam bei mir nur Erleichterung und Freude auf, dass sie nun wieder unbeschwert und fröhlich über die ewigen Wiesen springen kann. Offenbar wurde sie schon erwartet.
Die anderen 3 waren mit auf der Wiese und nahmen mampfend zur Kenntnis, dass Antje nun andere Wege geht.
Die schweren Stunden waren früher, die sind nun endgültig vorbei. Antje hat ein erfülltes, äußerst eigen-williges Leben hier gelebt und wir werden sie immer mit einem Lächeln vermissen - unsere stolze, edle Queen. Sie zu "nutzen" war nur sehr bedingt möglich...aber dafür verzauberte sie uns immer wieder mit ihrer Herzenswärme - und war die Wächterin unserer Ponderosa . Auch oder gerade, als ihr Körper nicht mehr so funktionieren wollte. Danke für diese Zeit mit dir, meine geliebte Püppi.

 

Wisst ihr, ein wenig möchte ich euch allen auch weiter Mut machen, diesen Weg bewusst zu gehen. Dieses Loslassen wirklich zu leben birgt so viel Heilung für Mensch und Pferd. Und letztlich hält uns das mit beiden Beinen fest auf der Erde und schubst uns dann wieder so bereichert ins Leben - auch wenn es weh tut.

 


Nun geht ein sehr besonderer Tag zur Neige. Die 3 anderen sind doch etwas irritiert, stehen oft am Zaun von Antjes Paddock, da fehlt doch was - und wie!
Ihre Präsenz war schon sehr besonders. Was mich auch sehr berührt, dass der Hengst vom Cowboy viel nach ihr ruft. Sie haben sich nie gesehen, es sind ca. 50m hinterm Wendekreis. Aber offenbar war da eine Witterung und ein guter Kontakt zu meinen Stuten.

 

Nun kommt die Zeit des Fehlens...kein Brummeln mehr, wenn ich in den Stall komme - da hatte sie ja nur von ihrem Paddock aus Zugang. Kein wachsames Auge, wie nur sie es hatte, im Rücken, sobald man in ihre Sichtweite kam. Viele kleine Gewohnheiten verändern sich nun wieder und wir sind alle etwas irritiert. Ich glaube, Bucki vermisst sie am deutlichsten. Sie haben ja etliche Jahre hier zu zweit gelebt. Obwohl Antje in der TK ja immer ganz klar behauptet hat, sie sei allein ...da ist es wieder das Lächeln, wenn ich an sie denken muss. Und eins werde ich nie vergessen: Diesen Schaukelgalopp in slowmotion, diese riesigen, weichen Gangwellen.....wie in einer Sänfte . Wenn Püppi gut dabei war und nicht einen Rollback zauberte, weil sie irgendwas wieder buh fand .

 

Es ist schön, ergreifend und sehr anstrengend, sich so intensiv auf den Abschied einzulassen. Aber es verändert mich jeder Abschied sehr und führt mich tiefer ins Leben. Leider ist diesbezüglich ja nichts planbar. So wie das Leben eben ist. Und ich bin wirklich unendlich dankbar, dass ich hier so behütet diese enge Verbindung zu meinen Pferden leben darf und das überhaupt ermöglicht, das alles so zu leben.

 

Vorhin habe ich für sie und ihren Abschiedsort eine ganz dicke und besonders winterharte Hortensie gekauft. Immer wieder kommen jetzt einfach die Tränen und das tut gut. Morgen werde ich mal mit Bucki und Stradi an diesen Platz gehen und mit ihnen noch ein bisschen über Antje erzählen...wenn sie es mögen. Ich bin richtig erschöpft und gleichzeitig erfüllt von all dem.

 

In der Gruppe ist noch ganz schön Unruhe. Eben beim Toben haben sie den Zaun zu Antjes Paddock angekickt, ein Pfahl durch. Dann hab ich mich doch entschlossen, den ganz wegzunehmen und den Durchgang zum Stall dicht zu machen. Konnte gar nicht schnell genug gehen...Bucki drängte sofort dahin und die Jungs hinterher. Alles intensiv abschnüffeln und sichtbare Fragezeichen in den Augen. Ich habe ihnen wieder erzählt, dass Antje jetzt Flügel hat und lieber da oben rumflitzt. Stradi kann sich gar nicht lösen...da merkt man schon deutlich, wie sehr so eine kleine stabile Gruppe miteinander verbunden ist.

 

Es muss sich alles neu finden und "setzen". Man merkt einfach diese leichte Nervosität bei den verbliebenen Dreien, besonders Bucki schaut immer wieder mal, wo ihre Antje wohl ist. Das ist ja auch völlig normal. Aber sonst sind sie fit und gesund und fordern vehement ihre tägliche Graseinheit.

 

Eben habe ich unseren Nachbarn getroffen und er hat gesehen, wie Antje abgeholt wurde. Irgendwie fand ich gut zu wissen, wie schnell und problemlos das ging (ich musste zur Arbeit). Er war im Erzählen allerdings noch so ergriffen, dass ihm die Tränen kamen. Ja, die Püppi , wer sie gesehen hatte, vergisst sie nicht so schnell.

Alles gehört zusammen - das erlebe ich gerade wieder so konkret.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Kerstin (Donnerstag, 06 Februar 2020 19:07)

    Danke für deine Offenheit.
    Du hast Antje auf ihren letzten Weg so intensiv begleiten können.

  • #2

    Martina (Freitag, 07 Februar 2020 01:00)

    Ich bin echt ergriffen.
    Ihr habt das wunderbar gemeistert – alles.

    Hoffentlich gelingt mir das dann auch mal so gut, wenn ich meine Königin ziehen lassen muss. Mir graut jetzt schon vor dem Tag, auch wenn er (hoffentlich) noch in weiter Ferne liegt…