Wie so viele Pferdemenschen, kam ich wohl mit dem "Pferde-Gen" auf die Welt. Obwohl ich zu diesen wundervollen Tieren kaum realen Kontakt in der Kindheit fand, hinderte mich dies nicht, in der Fantasie über endlose Prärien zu reiten oder auf Torfsäcken im Garten komplizierte Kunststück zu üben.

Erst, als ich mich beruflich auf finanziell sicherem Boden befand, gelangte ich über eine Reitbeteiligung an das Westernreiten. Und darüber dann konnte ich mir meinen sehnlichsten Wunsch erfüllen: Ein eigenes Pferd.

Buckle ist noch eine Import-Stute aus den Anfängen des Westernreitens in Deutschland - aus Iowa für die Farbzucht importiert. Sie lehrte mich, dass sie mit Sicherheit viel Unrecht in ihren jungen Jahren erlebt hatte - und ich lernte bei ihr das Zuhören und Fühlen. Mit ihr lernte ich, zu vertrauen und den Wald und die Natur zu genießen. Eine gütige, sensible und tief geerdete Stute, die bis heute nichts erschrecken kann - trotz ihrer so feinen Antennen. Als Buckle ihre rassetypischen "Alterssorgen" bekam, haben wir das Reiten hinter uns gelassen und wandern seitdem durch den Wald. Die klassische Dressur lernten wir kennen - und ich wohl mehr schätzen als sie - mein brennendes Interesse für die Hintergründe dieser feinen Reit- und Umgangsweise war geweckt. Und die hauseigene Bibliothek wuchs immer mehr.

Mit zunehmendem Alter von Buckle und mir begab ich mich auf die Suche nach einem Pferd "fürs Alter". Diese Odyssee war ein echter Marathon - voller Abenteuer, Katastrophen und Grenzerfahrungen. Durch Begegnungen mit einem Pony, das für alles andere als "fürs Alter" unterwegs war, lernte ich die feine Verständigung am Boden. Er war mein Meister im Dialog - und zog mich immer mehr in den Bann des freien Umgangs miteinander. Außerhalb des freien Spiels zeigte er mir jedoch, dass er gelernt hatte, gnadenlos die Machtfrage zu stellen. Ich konnte ihn schließlich an eine junge und passendere Menschen-Partnerin vermitteln, mit der er noch heute glücklich ist.

Wie es dann so ist, war schließlich Stradi da, ein grundlieber Haflingerwallach, vor meiner Zeit Schulpony. Er eroberte mein Herz im Sturm und wachte nach und nach immer mehr auf, als er merkte, dass ich in ihm mein Königspferd sehe. Unsere kurze Reitzeit endete bald. Ich bekam aus gesundheitlichen Gründen Sturzverbot und dadurch Angst. Und ich fand einfach immer mehr Vergnügen dabei, vom Boden aus zu reiten. Über viel Studium von Filmen und Büchern und den Kontakt mit wunderbaren Menschen begannen wir, zu tanzen. Dabei war mir immer sehr wichtig, dass Stradi im Sinne einer gesunden Ausbildung seinen Körper spüren und entwickeln kann. Wir lernten, die Versammlung aus der Verbindung heraus zu entwickeln - ein nie endender zauberhafter Weg. Diese Verbindung im Stolz der inneren Leichtigkeit nenne ich Himmeln.